DEIKON-Anleihen: Erste Ausschüttungen von Sicherheitenerlösen • v. Woedtke & Partner
06.08.2015

DEIKON-Anleihen: Erste Ausschüttungen von Sicherheitenerlösen

Inhaber von börsennotierten. Hypothekenanleihen der DEIKON GmbH können mit ersten Teilrückzahlungen rechnen. Dies hat die seit Herbst 2012 insolvente Immobiliengesellschaft am 29.07.2015 in einer ad-hoc Mitteilung (http://www.deikon.de/news/mitteilungen/ad-hoc-mitteilung-vom-29072015.html) bekannt gegeben. Nach der Veräußerung des Immobilienportfolios durch den Insolvenzverwalter und Ablösung der vorrangig besicherten Banken können die Mehrerlöse an die Anleihegläubiger ausgeschüttet werden.

Zwischenzeitlich hat ein Bewertungsspezialist die Verteilung der Sicherheitenerlöse auf die drei Anleiheemissionen berechnet. Danach entfällt auf die erste Tranche (ISIN DE000A0EPM07) eine Teilrückzahlung von € 200,83 je Teilschuldverschreibung im Nennbetrag von € 1.000,00. Bei der zweiten Tranche (ISIN DE000A0JQAG2 beträgt die Teilrückzahlung € 230,98. Für beide Tranchen ist eine Auszahlung am 14.08.2015 vorgesehen. Möglicherweise kommt es dabei zu einer vorübergehenden Handelsaussetzung an den Börsen.

Eine Besonderheit besteht für die dritte Hypothekenanleihe mit der ISIN DE000A0KAHL9. Auf diese entfällt zwar mit € 270,05 die im Vergleich höchste Ausschüttung. Eine Auszahlung kann jedoch noch nicht erfolgen. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Tranche teilweise von früheren oder aktuellen Gesellschaftern gehalten wird, die wegen des Nachrangs nicht anspruchsberechtigt wären. Deshalb muss der Insolvenzverwalter rechtlich und ablauftechnisch sicherstellen, dass Auszahlungen nur an Berechtigte geleistet werden. Erste Maßnahmen hierzu sind ergriffen.

Mit Auszahlung der obigen Beträge reduzieren sich die Nennbeträge der Anleihen entsprechend, bei der ersten Tranche beispielsweise von € 1.000,00 um € 200,83 auf € 799,17. Mit diesen Insolvenzforderungen nehmen die Anleihegläubiger, ordnungsgemäße Forderungsanmeldung vorausgesetzt, später an der „regulären“ Quotenausschüttung teil. Somit könnte sich die Gesamtrückzahlungsquote für die Anleihegläubiger über die obigen Werte hinaus noch erhöhen .

Dieser Beitrag wurde erstellt von: Rechtsanwalt Carsten Heise (Mitglied des Gläubigerausschusses der DEIKON GmbH)


Dieser Beitrag wurde erstellt von: Rechtsanwalt Urs Breitsprecher
Aus dem Rechtsgebiet: #Insolvenzrecht