Entschädigungsansprüche erfolgreich durchgesetzt • v. Woedtke & Partner
23.07.2015

Entschädigungsansprüche erfolgreich durchgesetzt

Was viele nicht wissen: Gerät ein Finanzdienstleister in finanzielle Schwierigkeiten oder gar in Insolvenz, haben seine Kunden unter Umständen einen Entschädigungsanspruch gegenüber der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen („EdW“). Für einen Mandanten unserer Kanzlei haben wir jetzt derartige Ersatzansprüche durchgesetzt.
Der Anleger hatte einem Vermögensverwalter Gelder anvertraut, die dieser unter eigenem Namen in eine Kapitalanlage bei einer amerikanischen Investmentbank investieren sollte. Ob dies tatsächlich umgesetzt wurde, blieb bis zuletzt offen. Jedenfalls konnte der Finanzdienstleister die Kundengelder später nicht mehr vollständig zurück zahlen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, zuständig für die Beaufsichtigung von Finanzdienstleistungsunternehmen, stellte den Entschädigungsfall formell fest. Damit ermöglichte sie betroffenen Kunden, beim EdW Entschädigungsansprüche zu stellen. Auch unser Mandant hat hiervon Gebrauch gemacht.
Allerdings sind einige Spielregeln zu beachten: Der Entschädigungsantrag muss innerhalb eines Jahres nach Feststellung des Entschädigungsfalls gestellt werden. Es muss sich um Ansprüche aus Sachverhalten handeln, bei denen der Finanzdienstleister „Besitz an Kundenwertpapieren oder Kundengeldern erlangt“ hat. Reine Schadenersatzansprüche, zum Beispiel aus Fehlberatung, sind nicht entschädigungsfähig. Die Entschädigung beträgt 90% der nicht bedienten Ansprüche auf Rückzahlung von Geld oder Lieferung von Wertpapieren, maximal jedoch € 20.000.
Glücklicherweise konnte unser Mandant durch die Entschädigung einen großen Teil des ansonsten drohenden Verlustes kompensieren. Dennoch sollten sich Anleger auf Konstruktionen, bei denen die Zielanlagen auf den Namen des Finanzdienstleister lauten sollen, gar nicht erst einlassen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Rechtsanwalt Carsten Heise


Dieser Beitrag wurde erstellt von: Rechtsanwalt Urs Breitsprecher
Aus dem Rechtsgebiet: #Bankrecht